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Interview mit Head-Pro Holger Böhme: 90 Prozent der Regionalliga-Herren sind noch nicht am Leistungslimit

2017-12-12 13:42 von Nina Lehmann

Von Dr. Peter Schütze

Seit einem Jahr ist Holger Böhme (48) als Nachfolger des im Sommer verstorbenen Ludger Theeuwen Head-Pro des Dortmunder Golfclubs. Der Club hatte sich bewusst für eine externe Lösung auf dem Cheftrainer-Posten entschieden, um frischen Wind in die Reichsmark zu bringen und neue Konzepte zu etablieren. Darüber, über seine Erfahrungen und Erfolge in der ersten Saison in Dortmund, über seine Vorstellungen und Visionen, über den Wert von Beharrlichkeit, die Freude am Fotografieren und was man im Eishockey für das Golfspiel lernen kann, spricht der in Hagen lebende Vater zweier Söhne (neun und elf Jahre alt) im folgenden Interview.

Sie sind jetzt ein Jahr Head-Pro beim DOGC, was hält Ihr Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate fest?

Böhme: Es war kein ganz einfacher Start. Die schon seit Jahren hier tätigen Pros und ich mussten sich erst aneinander gewöhnen. Sie mussten die neue Situation akzeptieren, ich für mein Konzept werben, aber ich habe tolle Kollegen, so dass wir als und im Team schon vieles erreicht haben. Was wir auf den Weg gebracht haben, ist mal ganz nett, aber noch nicht gut genug, ist nur ein erster Schritt. Wir haben noch viel vor und eine gewaltige Strecke des eingeschlagenen Weges vor uns. 

Das hört sich vielversprechend an, macht neugierig.

BöhmeEs gilt, Strukturen zu verändern. Zum Beispiel im Bereich Breitensport, den es hier und heute langfristig zu sichern gilt. Oder im Bereich Jugendarbeit. Warum sind wir nicht mit einem Angebot an den Schulen? Warum haben wir noch keine Kinder-Abschläge? Ich habe viele kreative Ideen, den Club nach vorn zu bringen und ich weiß, das es schwierig ist, sie alle umzusetzen. Aber ich werde nicht nachlassen, diese Ideen bei den Entscheidungsträgern immer wieder vorzubringen. In meiner Beharrlichkeit kann ich ein ganz schön lästiger Zeitgenosse sein (lacht).

Auf dem Gebiet Leistungssport haben Sie gleich im ersten Jahr höchst Bemerkenswertes erreicht. Sie haben das Herren-Team zur besten Oberliga-Mannschaft Deutschlands gemacht. Wie ist Ihnen das gelungen? 

Böhme: Zunächst: Ich habe eine Mannschaft mit beachtlicher Qualität vorgefunden. Leistungswille und Ehrgeiz waren gegeben. Es ist gelungen, alle Spieler besser zu machen. Das haben sie selbst anhand ihrer Scores gemerkt, dadurch ist ihr Selbstvertrauen gewachsen. Diesen Zuwachs an spielerischer Qualität und an Bewusstsein der eigenen Stärke haben sie in den Wettkampf übertragen. So ist das sogenannte Triple, Aufstieg in die 2. Schniewind-Liga, Gewinn des Westfälischen Clubpokals und als Krönung der Aufstieg in die Regionalliga, gelungen. Nicht zuletzt war intensive Winterarbeit für diese Erfolge maßgebend. Da hat sich wieder der alte Spruch bewahrheitet: Sommerschwünge werden im Winter gemacht.

In die Praxis übersetzt, heißt das: Die Mannschaft hat im Winter wieder ein strammes Programm zu absolvieren?

Böhme: Im Winter steht Technik im Vordergrund, erstes Ziel ist dabei, die Schlaggeschwindigkeit zu erhöhen. Zum Programm gehören feste Hausaufgaben für alle Spieler und ein Extra-Trainingstag. Darüber hinaus werden mit Beginn der neuen Saison wieder interne Ranglisten geführt unter dem Motto “Race to Heimspiel”; denn am 3. Juni sind wir auf unserer Anlage Gastgeber für die 2. Schniewind-Liga, und da reizt uns die Chance, ganz nach oben zu kommen.

Da sind wir ja gedanklich schon mitten in der neuen Saison. Wie gehen Sie 2018 mit dem Aushängeschild des Clubs, den Regionalliga-Herren, an?

BöhmeÜber die Bedeutung der Winterarbeit haben wir schon gesprochen. Im April werden wir mit sechs bis acht Spielern ein sechstägiges Trainingslager im spanischen La Manga absolvieren, mit dem ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht habe. Da sind jeden Tag Funktionsläufe in der Früh, 18 Loch Wettspiel und dazwischen Training programmiert – ein strammes Pensum, das alle Teilnehmer besser machen wird; denn 90 Prozent unserer Spieler sind noch nicht an ihrem Leistungslimit. Ziel ist und muss sein, dass jeder, wenn es gefragt ist, sein momentan maximales Leistungsvermögen abrufen kann.

Das sind ehrgeizige Vorgaben, die Sie sich selbst machen....

Böhme: .... die mir aber keinen Druck machen. Als früherer Eishockeyspieler bei der DEG und in der 2. Liga bei den Ratinger Löwen habe ich früh gelernt, dass man immer die in der jeweiligen Situation mögliche Höchstleistung anstreben soll und dass man an selbst gesteckten Zielen, solange sie realistisch sind, wachsen kann. Nach dieser Maxime habe ich in den fünf Clubs, in denen ich bisher tätig war, meine Arbeit ausgerichtet.

Dabei war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit den AK 18-Mädchen des GC Hubbelrath 2012 Ihr sportliches Highlight.

Böhme: Solch ein Erfolgserlebnis tut jedem Pro gut, erst recht wenn es mit einer Jugendmannschaft errungen wird. Vielleicht können wir mit der jetzigen AK 16 Jungen des DOGC in zwei Jahren als AK 18-Team beim Bundesfinale Furore machen.

Golf ist für Sie offenbar mehr als ein Beruf. Was aber mag der Privatmann Holger Böhme?

Böhme: Ich liebe Fotografieren, wobei Menschen in toller Umgebung mein Lieblingsobjekt sind. Ich mag die Sommer-Urlaube in den Süden und die Kreuzfahrten im Winter, die meine Frau aussucht. 

Und zum Schluss noch einmal zurück zum DOGC. Wie fällt Ihr Fazit nach dem ersten Jahr aus?

Böhme: Ich fühle mich hier sehr wohl, habe noch viel vor. Von mir aus könnte ich in der Reichsmark bleiben bis zur Rente.

 

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