NRW-Meisterschaften: Nur Überflieger besser als Ruhnau

 Von Dr. Peter Schütze

Er gab sich nur einem „Überflieger“  geschlagen. Thomas Georg Schmidt vom GC Bergisch Land, vor einer Woche Deutscher Jugendmeister der AK 18 geworden, spielte bei den NRW-Meisterschaften am Alten Vliess in Köln eine sagenhafte zweite Runde, auf der er den Platzrekord mit 64 Schlägen regelrecht pulverisierte und sich mit 133 Schlägen (= 11 unter) den NRW-Titel sicherte. Da blieb dem ebenfalls grandios aufspielenden Hannes Ruhnau nur der zweite Platz. Mit 69 + 68 verbuchte der Clubmeister des DOGC jedoch ein imponierendes Ergebnis.

„Wir haben einen NRW-Vizemeister!“, war Head-Pro Holger Böhme stolz auf seinen Musterschüler, für den er voll des Lobes war: „Hannes trainiert bienenfleißig, er bleibt am Ball und – was ich sehr schätze an ihm – er bleibt auf dem Boden trotz seiner Erfolge und seiner spektakulären Ergebnisse. Sein Auftritt war schon sehr stark!“

Von Beginn an spielte der 21 Jahre alte Student in der Spitzengruppe des 57köpfigen Feldes mit, erzielte mit drei unter sogar die zweitbeste erste Runde des Turniers. Am zweiten Tag war er noch einen Schlag besser, doch da zauberte Schmidt in Superform eine 64 auf den rheinischen Kurs, die keine Frage nach dem neuen Meister mehr zuließ. Immerhin war Ruhnau auch am zweiten Tag der Zweitbeste, seine Vize-Meisterschaft also vollauf gerechtfertigt. Der nach dem ersten Durchgang mit 67 führende Hubbelrather Laurenz Meifels wurde nach einer Even-Par-Runde mit gesamt 139 Dritter.

Anerkennung hielt Holger Böhme auch für Felix Schroeder parat. Der aus München in die Reichsmark gekommene Wirtschaftsingenieur übertraf seinen Erst-Runden-Score (74) am Sonntag gleich um fünf Schläge und katapultierte sich damit noch auf den 6. Rang. „Felix hat sein Potential schon mehrfach angedeutet, aber oft brauchen Spieler in ihrem neuen Club ein Jahr, bis sie ihre Qualität durchsetzen können“, erklärte der Cheftrainer. Ähnliches gilt in seinen Augen auch für Mel Ferner (74 + 79), mit dessen Entwicklung er jedoch zufrieden ist.

„Auf und ab ist für Luis Ziffus noch typisch“, meinte Böhme in Anspielung auf dessen Scores von 80 und 73. Bastian Schmitz (76 + 74), Maximilian Ahlers (77 + 74) und Moritz Ostermann (75 + 75) spielten im Rahmen ihrer derzeitigen Möglichkeiten.

Ein besonderes Wort der Anerkennung hatte Böhme für Victoria Dreve, die einzige Dortmunderin im Damen-Feld. „Lobenswert, dass sie sich in dieses Feld getraut hat und mit 78 + 76 auch beachtliche Scores erzielt hat. Sie stabilisiert ihre Leistungen auf respektablem Niveau.“

Den Titel gewann Nina Klug aus Hummelbachaue (73 + 74) nach Stechen gegen Brückhausens Franca Siebeneck (76 + 71).