Liebe Mitglieder,

manche aktuelle Eindrücke unseres Platzes führen zu vielen Fragen. Unser, und auch viele andere Plätze, haben mit klimatischen Bedingungen zu leben, die viel Aufwand für das Greenkeeping bedeuten. Hexenringe in allen Bereichen, Dollarspots, Krähen-, Dachs- und Wildschweinschäden belasten uns in diesem Jahr mehr als je zuvor. Hinzu kommen die durch Um- und Neubau unserer Grüns zusätzlich notwendigen Handarbeiten. Speziell bei den Umbauten sehen wir aber den Lohn dieser Mehrarbeit in einer positiven Entwicklung:

  • Grün 9 ist inzwischen voll nutzbar. Die Umstellung der Beregnung vom Winter- auf das neue Vorgrün liefert uns ein gutes Beispiel, was Beregnung ausmacht: zumindest aktuell reicht hier die Bewässerung noch aus, um nicht so eine trockene Fläche wie in den Vorjahren zu haben.
  • An Grün 13 ist der Bewässerungsschaden im Bereich der verlegten Soden nahezu repariert. Wenige kleine Stellen werden nochmal bearbeitet werden müssen, alles in allem ist die Entwicklung aber positiv.
  • Am Grün 14 ist der neu eingesäte Approach inzwischen gut bewachsen und seit einigen Wochen bespielbar. Im Übergang zwischen Grün und Approach müssen noch einmal Soden ausgebessert werden und die Kontur des Grüns in diesem Bereich angepasst werden.
  • Grün 5 ist im unteren Berich schon recht dicht angewachsen, der obere Bereich scheint sich ein wenig langsamer zu entwickeln. Hier besteht gute Hoffnung, in wenigen Wochen das Grün bespielen zu können.

Zu unseren aktuellen Problemen:

Dollarspot:

Alle Grüns sind aktuell unterschiedlich stark von der “Dollarspot” genannten Krankheit befallen. Diese Pilzkrankheit bricht quasi über Nacht aus, besonders wenn die Nächte warm und feucht sind. Zusätzlich wird der Pilz durch Maschinen und Schuhe leicht übertragen. Vorbeugende Maßnahmen, wie morgendliches Abziehen der Feuchtigkeit, Versorgung der Gräser mit Mineralien haben dieses Jahr leider nicht gereicht, so dass alle Grüns mit einem Fungizid behandelt werden mussten. Im weiteren Verlauf wird eine Nachsaat in einigen Bereichen nötig sein.

Wildschweinschäden & Tierspuren:

Neben den durch Krähen und Dachse verursachten Löchern in trockenen Fairwaybereichen und auch auf einigen Grüns, die wir seit einigen Jahren immer wieder haben, wird unser Platz seit dem 23. Januar in immer kürzeren Abständen von Wildschweinen besucht. Anfangs waren es nur kleinere Spuren auf den Fairways der Bahnen 4, 7 und 9, die unsere Greenkeeper durch Zurücklegen der aufgerissenen Bereiche und Bewässern kurzfristig wieder reparieren konnten. In den letzten zwei Wochen kommt die Wildschweinrotte im zweitägigen Rhythmus. Die daraus resultierenden Schäden z.B. an der 16 sind zusammen mit der aktuellen Trockenheit nicht mehr kurzfristig reparabel.

Wir sind seit Januar im ständigen Kontakt mit der unteren Jagdbehörde. Da einzelne von der Behörde beauftragte Jäger bisher nichts ausrichten konnten, haben wir der Stadt eine Liste mit willigen Mitgliedern (ca. 15 Personen) geschickt, die Jäger sind und sich gemeinsam um das Problem durch koordiniertes Ansitzen kümmern würden. Unter dem Druck der massiven Schäden in den letzten zwei Wochen und einem Vor-Ort-Termin bei der unteren Jagdbehörde hat die Stadt sich nun endlich bereit gezeigt, für 3 unserer Mitglieder eine Jagderlaubnis für unser Gelände auszustellen! Wir rechnen mit der Ausstellung aller nötigen Dokumente zu Beginn der nächsten Woche.  In Erwartung positiver Ergebnisse wird eines unserer Kühlhäuser zur Aufbewahrung der erlegten Tiere hergerichtet.

Weiterhin ist ein Elektrozaun für den gesamten Platz sowie Gitterplatten für die Zuwege zur Wildschweinabwehr in Planung. Ein detaillierter Plan wird derzeit erstellt und ist mit dem Liegenschaftsamt abgestimmt worden. Da Schwarzwild in unserer Region immer heimischer wird, werden wir auf Dauer um eine solche Maßnahme nicht umhinkommen.

Trockenheit:

Trotz intensivem Einsatz von mobilen Regnern können wir unter den aktuellen Bedingungen die besonders belasteten Fairways nicht grün halten. Auch die gezielte Besandung der Fairways, die eigentlich den Boden auf Dauer verbessern sollte, wirkt sich durch die jahreszeitlich frühe Dürreperiode aktuell negativ aus. Zusammen mit Krähen, Dachsen, Wildschweinen und Larven, die den Gräsern die Wurzeln abfressen, sind manche Fairways so beschädigt worden, dass wir, sobald es die Witterung erlaubt, große Bereiche nachsäen werden müssen. Da wir keine Beregnung auf unseren Fairways haben, kann das erst erfolgen, wenn wir genügend Regen erwarten können. In diesem Zuge werden wir natürlich Gräser einsäen, die eine größere Resistenz gegen Trockenheit aufweisen.

Zusätzlich arbeiten wir momentan intensiv an der Planung, um unsere Beregnungsanlage auszubauen. Wir werden aufgrund der Entwicklung des Wetters in den nächsten Jahren, nicht darum herumkommen eine Fairway-Beregnung zu installieren.

Blumenwiesen:

Bei der Aussaat der Blumenwiesen wurden wir schon daraufhin gewiesen, dass erst im nächsten Jahr mit der erwarteten Blumenpracht zu rechnen sein wird.  Die meisten der 10 verschiedenen Blumensorten werden in diesem Jahr leider nicht mehr blühen. Bei allen ausgewählten Blumen handelt es sich um mehrjährige Pflanzen, die uns und den Insekten im nächsten Jahr ein buntes Bild liefern werden.

Pitchmarken:

Pitchmarken auf unseren Grüns stellen weiterhin ein großes Problem dar und fördern sogar die Entstehung verschiedenster Grünkrankheiten. Daher möchten wir Sie nochmals nachdrücklich darum bitten, Ihre Pitchmarken sofort nach der Entstehung auszubessern. Nur so können wir unsere Grüns auf einem hochwertigen Niveau halten.

Mit sportlichen Grüßen

Martin Ruße