Saison-Vorbereitung der DGL-Spieler(innen) läuft auf vollen Touren

von Dr. Peter Schütze

Die Golfplätze sind geschlossen, Golfunterricht ist untersagt, Corona- Prävention hat diesen Sport fest im Griff. Aber trotzdem ist Leben im Dortmunder Golfclub. „Sportlich laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison so gut, wie es unter den aktuellen Umständen möglich ist“, sagt Cheftrainer Holger Böhme (51), für den es – was bei dem allgemeinen Golf-Verbot verwundern mag – keinen golf-freien Tag gibt. Die DGL-Spieler(innen) haben ein von der Golfschule Böhme entwickeltes Trainings- und Übungskonzept, dazu ein detailliiertes Fitnessprogramm, das sie auf Videos abzuarbeiten haben. Diese Videos, „täglich vier bis fünf“ gehen bei Böhme ein, werden analysiert und mit Korrekturen, neuen Anweisungen und Tipps zurückgeschickt. „Somit sind wir in ständigem Austausch, versuchen, Niveau, Form und Spielfreude hoch zu halten“, erklärt der Head-Pro, obwohl er zugibt: „Natürlich fehlt mir der unmittelbare Umgang mit den Spieler(innen), das direkte Gespräch face-to-face.“

Böhme hat die Hoffnung, dass die Golfplätze im März wieder öffnen und die Golflehrer ihre seit November ruhende Tätigkeit auf den Anlagen wieder aufnehmen können. „Auf diesen Zeitpunkt, auch wenn er heute noch ungewiss ist, und auf die neue Saison müssen wir vorbereitet sein. Erst dann mit den Vorbereitungen zu beginnen, wäre in hohem Maße fahrlässig, erst recht für uns, die wir einen hohen Qualitätsanspruch haben und in relativ hohen DGL-Ligen spielen.“

Das Herren-Team der vergangenen Saison ist bis auf Axel Tilse, der sich in die AK 30 verabschiedet hat, zusammengeblieben. Mit Benedikt Polders, der die letzten drei Saisons beim Westfälischen Golfclub Gütersloh, davor mit Hannes Ruhnau und Matthias Tischler bei Wasserburg Anholt gespielt hat, ist ein neuer Mann für die 2. Bundesliga hinzugekommen. Der 28 Jahre alte Goldschmied hat ein Handicap von -1,8. Zum Kreis der DGL-Truppe gehört auch Perspektivspieler Johannes Becker (27), der sein Handicap im vergangenen Jahr von 27 auf 5,2 gesteigert hat.

Ein Trainingslager im Ausland wie in den vergangenen Jahren wird es 2021 nicht geben. An seine Stelle tritt eine Trainingswoche nach Ostern, in der die Mannschaft auf den fünf Spielorten der 2. Bundesliga, von Teutoburger Wald bis Bremen zur Vahr, trainieren und spielen wird. Davon verspricht sich Böhme sehr viel. Auch dem Rhein-Ruhr-Pokal, mit dem im vergangenen Sommer die DGL-freie Zeit überbrückt wurde, misst der DOGC-Cheftrainer im Nachhinein eine erhebliche Bedeutung bei. „Das war ein Trainingspool, in dem die Mannschaft zwei wichtige Lernprozesse durchgemacht hat: Sie hat zum einen im Vergleich mit den hochklassigen Bundesliga-Teams gesehen, dass deren Vorbereitung auf ein Spiel eine professionellere ist als ihre, zum anderen hat sie Demut gelernt, dass sie zwar über gute Qualität verfügt, die aber nicht gut genug für höhere Ansprüche ist.“

Nicht zuletzt diese beiden schon in Taten umgesetzten Erkenntnisse haben bei Holger Böhme zu einem Umdenken geführt. Hatte er im vergangenen Jahr vor der Saison noch massive Zweifel an der Zweit-Liga-Qualität seiner Mannschaft, so ist er jetzt fest überzeugt: „Wir halten die Klasse!!“
Das wird sie ohne Teammanager versuchen. Peter Köthschneider hat diesen Posten niedergelegt, seine Aufgaben übernehmen Böhme und der Non-Playing-Captain Volker Wetzstein.

Zum sportlichen Konzept Böhmes, der vertraglich noch bis Ende des Jahres 2022 in der Reichsmark gebunden ist, gehört auch die Meldung einer zweiten DGL-Mannschaft, die als Auffangbecken für Spieler gedacht ist, die aus der Jugend herausgewachsen sind, aber (noch) nicht das Niveau für die erste Mannschaft haben. Dieses Team, in dem jeder für seine Form selbst verantwortlich ist, wird in der Gruppen-Liga spielen.

Bei der Betreuung der in der Regionalliga beheimateten Damen-Mannschaft übernimmt Stephan Wittkop wieder mehr Verantwortung. Er ist für das Training zuständig, die Aufstellung verantworten er und Böhme gemeinsam. Mit Anna Lena Hillmann und Johanna Schwartz, die beide ins Studium gehen, sind zwei Abgänge zu verzeichnen, Ilka Kummer wird für die ersten drei Spiele nicht zur Verfügung stehen; Camy-Letizia Barragan wird hochgezogen.

„In der Gruppe spielen mit dem sehr starken Kölner GC und Mülheim hoch einzuschätzende Gegner, auch Velbert ist zu beachten, so dass die Dortmunder keinen leichten Stand haben werden. Aber wir hoffen, dass wir die Favoriten ein bisschen ärgern können“, hat Böhme gewisse Erwartungen an die DOGC-Damen, die er für kommenden Samstag zu einer Konferenz zusammengerufen hat.