Interview mit dem neuen Präsidenten

2010-05-27 15:00 von Veit-Robert Hasselmann

Interview mit dem neuen Präsidenten Alfred Voßschulte jun.

Seit einem Monat ist Alfred Voßschulte jun. als Präsident des Dortmunder Golf-Clubs im Amt. Eine noch zu kurze Zeit, um schon Spektakuläres zu bewegen, für den 50-jährigen Unternehmer und sein weitgehend neues Führungsteam indes Zeit genug, schon ein Programm für die kommenden Jahre zu skizzieren, Fixpunkte zu formulieren und Vorstellungen zu artikulieren. In einem Interview wenige Tage vor den Offenen Pfingst-Wettspielen äußert sich Alfred Voßschulte zu Aufgaben und Projekten der näheren und weiteren Zukunft.

Frage:
Welche von den vielseitigen Aufgaben, denen Sie sich stellen wollen und müssen, werden Sie als erstes in Angriff nehmen?

Voßschulte: Zu allererst gilt es, die bestehenden Qualitäten unseres Clubs zu sichern und nach Möglichkeit auszubauen. Sportlich sind wir - nach der Zugehörigkeit unserer Mannschaften zu den verschiedenen Ligen - die Nummer eins im Ruhrgebiet und gehören als Club insgesamt wohl zu den Top Fünf in Westfalen. Früher hatten wir einige Nationalspieler(innen); demnächst wieder welche zu haben, ist eines unserer Ziele, an denen wir arbeiten.

Frage: Also sportlich übernehmen Sie ein attraktives Erbe, gilt das auch für andere Bereiche des Clubs?
Voßschulte: Also die Basis ist gut. Sie auf den derzeitigen Stand gebracht zu haben, ist das Verdienst unserer Vorgänger. Dafür gebührt ihnen Dank. Aber wir müssen mit der Zeit gehen, uns neuen Herausforderungen stellen, um als Club attraktiv zu bleiben. Dazu gehören in erster Linie ein gepflegter, anspruchsvoller Platz und ein allen Anforderungen angemessenes, modernes Clubhaus. Für beides haben wir Pläne.

Frage: Bleiben wir beim Reichsmark-Kurs. Was geschieht mit ihm, wie und wann?
Voßschulte: Vorab dies: Unser Platz befindet sich in einem sehr guten Zustand. Da sind keine dramatischen Änderungen vonnöten. Allerdings versuchen wir - sozusagen als ersten Schritt -   mit Hilfe von Beratern aus England die Pflege unseres Platzes zu optimieren. Mit dem gleichen Personal und gleichen finanziellen Aufwand soll ein Top-Zustand erreicht werden. Der Beginn ist gemacht.

Frage: Sie sprechen von einem ersten Schritt, also ist auch zumindest ein zweiter vorgesehen...?
Voßschulte: Ja, wir haben einen mittelfristigen Drei-Jahres-Plan, den wir mit Hilfe englischer Golfplatz-Architekten realisieren wollen. Wir wollen, beginnend nach der Saison 2010, in den nächsten drei Jahren jeweils sechs Bahnen unseres Kurses umgestalten, modernisieren, teilweise neu modellieren. Dies soll aus dem für Platzpflege jährlich verfügbaren Budget von  von ca. einer halben Million Euro finanziert werden, also ohne Belastung der Mitglieder vor sich gehen.

Frage: Ein ehrgeiziges Projekt, alles für die Attraktivität des Clubs?
Voßschulte: Nur dafür. Aber ich möchte noch mehr: Ich möchte 2014 einen international wettbewerbsfähigen Platz für ein großes Turnier präsentieren – so wie wir es in den 70er und 80er Jahren bei uns hatten.

Frage: Alte Zeiten neu aufleben lassen – mehr als eine Vision?
Voßschulte: Sicherlich erst einmal eine Vision, aber eine, für es sich lohnt zu arbeiten. Aber ich habe noch einen anderen Plan, der seine Wurzeln ebenfalls in der Vergangenheit hat. Ich würde gern die aus den Dortmunder Städte-Freundschaften geborenen sportlichen Wettkämpfe wieder aufleben lassen. Ich war selbst Mitglied des Dortmunder Golf-Teams, das gegen die Partnerstadt Leeds gespielt. Royal Saint Barbara´ s, die Golf-Range und wir würden ein solches Revival sicherlich mit Freude begrüßen.

Frage: Der Dortmunder Golf-Club macht also mobil - was ist Ihre Motivation?
Voßschulte: Der große Run auf die Golf-Clubs ist vorbei. Wir werden, soweit das absehbar ist, bis 2012 kein Mitglieder-Problem bekommen, aber wir wollen uns rechtzeitig rüsten. Durch einen gesunden Club, einen feinen Platz, ein zu ergänzendes Clubhaus und ein attraktives Clubleben.

Das Interview führte Dr. Peter Schütze

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