Die „Open“ beim Dortmunder Golf-Club

2010-05-25 15:22 von Veit-Robert Hasselmann

von Dr. Peter Schütze

Die doppelte Sieben hat bei den „Open“ des Dortmunder Golfclubs etwas Magisches.  2006, als Ilka Wolf als 16jähriger Teenager im Kronen-Cup Dritte wurde, gewann Anna Gehlen-Volbert mit 77 Schlägen; im vergangenen Jahr, als Ilka Wolf  den zweiten Platz erreichte, triumphierte Andrea Marx mit 77 Schlägen. Am Pfingstsamstag war die dreimalige Stadtmeisterin dann die Beste – natürlich mit 77 Schlägen, die sich in 31 Brutto- und sehr guten 38 Netto-Punkten niederschlugen. Damit durfte sich die Gewinnerin über zwei Wertungs-Siege und ein von 4,5 auf 4,1 unterspieltes Handicap freuen.

„Nach neun Löchern habe ich gemerkt: Da läuft was!“, berichtete die Siegerin; „denn ich habe gut und weit abgeschlagen und auch sicher geputtet. Da hat sich offensichtlich mein Training in den vergangenen Wochen ausgezahlt.“ Für die sportliche Entwicklung von Ilka Wolf (20), die im Herbst ein Studium der Gesundheitsökonomie aufnehmen will,  sprechen auch diese Zahlen: 2006 beendete sie den Kronen-Cup mit 86 Schlägen, 2009 mit 83, jetzt mit 77.

Nina hat zu viele Putts

Die hohe Favoritin Nina Birken (Hcp. 0,5) kann in Dortmund einfach nicht gewinnen. Nach je einem dritten und einem zweiten Platz in den Vorjahren musste sich die Mülheimer Parade-Spielerin, u. a. Amateurmeisterin von Griechenland, diesmal erneut mit dem Silber-Rang bescheiden. Für sie standen am Ende 78 Schläge (= 30 Brutto-Punkte) zu Buche; die vielen Putts – 37 an der Zahl – hatten ihrem guten Spiel den Score verdorben.

Mit dem geteilten dritten Brutto-Platz (81 Schläge = 28 Punkte) und  dem dritten Netto-Rang (35 P.)   - übrigens gemeinsam u. a. mit ihrer Schwester Stephanie – war Andrea Marx erst im zweiten Nachdenken zufrieden: „Dieses Ergebnis ist okay!“ Zugleich dachte sie sofort ein paar Tage weiter, an den DMM-Durchgang in Marienfeld, wo der DOGC am kommenden Wochenende u. a. auch wieder auf den  in der Reichsmark nahezu komplett vertretenen GC Mülheim trifft. „Auch unter Berücksichtigung des heute gültigen Platzvorteils – wir müssen uns vor denen nicht verstecken!“

Luise Gutsche, von der man ein Eingreifen in die Entscheidung  erwartet hatte, kam nur auf 24 Brutto-Punkte, musste sogar Jana Baumann (auch Netto-Dritte) mit 26 Punkten passieren lassen.

Die zwei Gesichter des Sebastian Schmidt

„Ich bin total glücklich“, jubilierte Herren-Sieger Sebastian Schmidt von der Golf-Range. „Dies ist mein größter auswärts errungener Erfolg.“ Dabei hatte es für den 20-Jährigen, der als Zivildienstleistender ein freiwilliges soziales Jahr bei der Golf Range absolviert und ab dem Wintersemester Pädagogik auf Grundschullehrer studieren will, gar nicht gut begonnen.. „Nach den ersten neun Löchern schien schon fast alles vorbei, die Drives kamen nicht, die Putts auch nicht“, blickte der GR-Clubmeister zurück, „aber dann spielte plötzlich ein anderer Schmidt.“- auch wenn der dreckverschmiert  („Ich bin in ein Schlammloch geraten“) ins Clubhaus kam. Mit drei Birdies und minus 1 hievte er sich auf 31 Brutto-Punkte, einen mehr als der 35 Jahre ältere Wolfgang Horsthemke, der wiederum seinen Club-Kameraden Carsten Tilse (29) und Achim Schürmann (28) das Nachsehen gab.

Gar keine Rolle in der Entscheidung spielte der Favorit Moritz Jorg (Hcp. 1,9), der erst im vergangenen Juli seinen gemeinsam mit David Smolin gehaltenen Platzrekord (67 Schläge) an  Michael Hegemann (65) verloren hatte. Jorg kam nur auf 23 Brutto-Punkte und landete auf dem 40. Netto-Rang (24 P.).

David Smolin zeigt Klasse

Beim Vierer mit Auswahldrive am Pfingstsonntag setzte sich ein weiteres Mal die Klasse von David Smolin durch. Mit Peter Heickel, dem Deutschen Meister der Linkshänder, spielte er eine 71er-Runde, dekoriert mit einem Eagle an der Fünf und drei Birdies. Das ergab brutto (37) wie netto (42) die Spitze. Christina Kisch mit ihrem RSB-Partner Tim Uffelmann  schob sich mit drei Birdies auf den zweiten Brutto (34 P.) und den dritten Netto-Rang (39P.). Nina Birken mit Jörg-Henning Overmann und Katja und Christina Richter teilten sich  den dritten Brutto-Platz.

Insgesamt waren die 46. Offenen Pfingst-Wettspiele“ wieder ein viel gelobter Erfolg. 282 Teilnehmer(innen) aus 35 Clubs bestätigten dies mit ungetrübten Komplimenten. 

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