Stadtmeisterschaft Männer: Hegemann „ mit null Chancen“ zum 3. Titelgewinn

2018-07-30 16:56

Von Dr. Peter Schütze

Beim ersten Abschlag des zweiten Tages der Stadtmeisterschaften hatte der spätere Champion „eigentlich null Chancen auf den Titel“. Michael Hegemann analysierte im Blick zurück: „Ich hatte nach der ersten Runde in der Reichsmark sechs Schläge Rückstand auf den führenden Massimo Iciek. Und dieser hatte eine derart brillante Vorstellung gezeigt, dass wir alle davon ausgehen mussten, auf eigenem Platz wird er kaum schwächer auftreten.“ Deshalb habe er sich keinerlei Siegeshoffnungen gemacht, völlig locker und frei aufspielen können. „Wahrscheinlich war das mein Erfolgsgeheimnis“, verriet der 25-jährige Maschinenbau-Ingenieur, der zur Zeit in Stuttgart bei Mercedes Benz an seiner Dissertation über Produktionsoptimierung arbeitet.

Für Hegemann kam der dritte Erfolg seit 2012 und 14 völlig überraschend. „Ich kann in Stuttgart kaum trainieren, was für mein Spiel sehr wichtig ist. Deshalb habe ich auch am ersten Tag nicht gut geputtet und mich mit der 73 etwas um den Lohn meines ordentlichen langen Spiels gebracht“, erklärte der Sieger von der Sankt-Barbara-Allee. Hier spielte er mit sieben Birdies, auf den Bahnen 14 – 17 vier in Serie, mit 67 als einziger eine Runde unter 80 und gewann die hochkarätig besetzte Konkurrenz mit 140 Schlägen vor den schlaggleichen Lars Christian Schütte (RSB) und Titelverteidiger David Smolin (jeweils 141). Der Vorjahrssieger, mit 41 Jahren der „Senior“ im Kreis der engen Favoriten, verspielte seine Chance mit einem Triple-Bogey an der Acht (par 3) und zwei weiteren Verlusten an Fünfzehn und Sechzehn.

Der nach dem ersten Tag und „der besten Runde meiner bisherigen Golfer-Laufbahn“ mit 67 Schlägen führende Massimo Iciek konnte seinen hohen Standard auf heimischem Platz nicht halten. Dies gelang dagegen Lars Christian Schütte, der eigentlichen Überraschung der beiden Meisterschafts-Runden. Nachdem er wegen Rückenproblemen 2017 kaum gespielte hatte, gelang dem 30-Jährige jetzt ein beeindruckendes Come back. In der Reichsmark blieb er drei unter par, in Brackel spielte er glatt par.

Hinter Hegemann tauchten nur noch drei DOGC-Spieler unter den Top Ten auf. Ferdinand Volbert als Sechster war in Brackel mit 71 Schlägen Zweitbester, trug aber schwer an der Vier-über-Hypothek des ersten Tages. Mit-Favorit Matthias Tischler spielte am zweiten Tag (72) besser als am ersten (75), insgesamt aber nicht gut genug für einen Platz auf dem Treppchen. Hervorragend die Leistung von Achim Schürmann, der sich mit 152 Schlägen  als Neunter sogar noch vor dem Mit-Favoriten Bastian Schmitz platzierte.

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