Clubmeisterschaften: Hannes Ruhnau und Victoria Dreve gewinnen ihren ersten DOGC-Titel

von Dr. Peter Schütze

Am Ende war es eng, aber es war die richtige Entscheidung. Mit Hannes Ruhnau gewann der beste Spieler seine erste Clubmeisterschaft beim DOGC. Zusätzlich zur Krone gab es auch noch Lorbeer von Head-Pro Holger Böhme: „Hannes war mein Topfavorit, und er hat auch verdient gewonnen; denn was er machte, hatte Hand und Fuß, ungeachtet eines kleinen Tiefs auf der zweiten Runde, in der er kurzfristig die Führung an Moritz Ostermann verlor.“ Zum Schluss hatte der 21-jährige Student (4. Semester Sport Business Management) mit 217 einen Schlag Vorsprung auf die Kopf an Kopf reinkommenden Mel Ferner und Luis Ziffus.

„Der Gewinn der Clubmeisterschaft hat für mich schon einen beträchtlichen Stellenwert; denn ich ordne dieses Ereignis als eines der wichtigeren Turniere ein, da sich die Leistung des Feldes von Höhe und Dichte sehen lassen konnte“, freute sich Ruhnau über seinen Erfolg. Zum Auftakt hatte er mit einer Par-Runde die Führung übernommen. Dabei setzte er mit einem Eagle an der Fünf den absoluten Glanzpunkt, (dasselbe Bravourstück gelang ihm im Schluss-Durchgang an der Zwei.) Aber sein Zwei-Schläge-Vorsprung war nach 36 Löchern dahin, da er nur einen 75er-Score schaffte,  Moritz Ostermann seiner Start-73 eine Eins-unter-Runde anfügte und plötzlich Titelansprüche anmeldete, das tat im finalen Kräftemessen der zwölf Besten dann auch noch Mel Ferner mit einer 69er-Runde. Doch ihm fehlte am Ende ein Schlag.

Ruhnaus Erfolg war vor der dritten Runde längst nicht ausgemacht; denn er startete mit einem Drei-Schläge-Rückstand gegenüber dem zwei Jahre jüngeren Ostermann. „Doch das war eine mir sogar angenehme Situation; denn mit Rückstand kann man auf seine Kontrahenten Druck ausüben statt als Führender selbst Druck zu erleiden“, verrät der spätere Champion ein wenig von seiner Spiel-Philosophie. Und wie er seine Rivalen beeindruckte! Durch einen Doppe-Bogey an der Startbahn war sein Rückstand auf Ostermann auf fünf Schläge angewachsen, mit dem folgenden Eagle waren es nur noch drei; an der Sieben hatte er mit Ostermann gleichgezogen, an der Neun war er ihm um zwei Schläge  voraus.

Gegen das Quartett der Um-20-Jährigen Ruhnau (21), Ferner (20), Ziffus (18) und Ostermann (19) hatten die Routiniers Bastian Schmitz und Matthias Tischler trotz respektabler Scores keine Chance. Besonderes Lob vom Cheftrainer Böhme heimste noch Felix Schroeder (232 gleichauf mit Valentin Brand Neunter) ein: “Er hat in dieser Saison den größten Sprung nach vorn gemacht!“

Die Damen-Konkurrenz, bei der bis auf  Anna Lina Hillmann (Urlaub) alle Spielerinnen der Regionalliga-Mannschaft am Abschlag waren, geriet für die spätere Clubmeisterin Victoria Dreve zu einer Berg- und Talfahrt der Gefühle. In der ersten Runde, die sie als Beste mit zwei über beendete, verbesserte sie ihr Handicap von 3,2 auf 2,9. „Darauf war ich schon stolz, zumal ich wegen entzündeter Handgelenke zuletzt extrem wenig trainieren konnte und im Starkregen spielen musste. Zugleich verspürte ich hohen Druck, da Clara (Burmann – die Red.) mit vier über ebenfalls eine starke Runde gespielt hatte“, schaute die 20-jährige amtierende Dortmunder Stadtmeisterin auf den ersten Meisterschafts-Tag zurück. Auf der zweiten Runde habe sie dann versucht, ihr Spiel aufrecht zu erhalten, Ausreißer möglichst zu vermeiden, was ihr  – im Gegensatz zu Clara Burmann, die auf ihrer 85er-Runde viel liegen ließ – mit dem 75er-Score auch gelang.

Im finalen Durchgang am Sonntagnachmittag stand Vicky Dreves Unternehmen erster DOGC-Titel kurz vor dem Ende. „Wegen immer stärker werdender Schmerzen in den Handgelenken habe ich an der Neun schon mit dem Gedanken gespielt, den Wettkampf aufzugeben. Aber meine Mutter hat mich aus dem moralischen Tief wieder aufgebaut und ich habe die Runde mit 82 noch ordentlich zu Ende gebracht.“ Auf den letzten 18 der insgesamt 54 Bahnen übertraf Clara Burmann mit 80 Schlägen die neue Championesse, konnte den Abstand auf sie jedoch nur noch auf sechs Schläge abmildern. 241 : 235. Weitere sechs Schläge zurück folgte Hanna Wilhelm (247), hinter der Andrea Marx den vierten Rang belegte (254). Beruflich stark gefordert, brachte die Präsidentin nicht ihre beste Form auf den Platz.

Vicky Dreve, die  nach dem Bachelor in International Management jetzt den Master in Finance in Angriff nimmt, muss auf ärztliches Anraten jetzt erst einmal mit dem Golf aussetzen. Deshalb ist auch fraglich, ob sie in 14 Tagen bei den NRW-Meisterschaften der offenen Klasse antreten wird.