Von Dr. Peter Schütze

 Alle Voraussetzungen für einen Superstart in die neue Saison der Deutschen Golf Liga waren gegeben. Die neu gebildete Mannschaft des Dortmunder Golfclubs war am Freitagabend der Grill-Einladung von Head-Pro Holger Böhme  gefolgt, hatte am Samstagmorgen in Mülheim/Ruhr die Proberunde für die Saison-Premiere in der Regionalliga gespielt und am Nachmittag Borussias Bundesliga-Sieg im Signal-Iduna-Park über Fortuna Düsseldorf verfolgt. Aber der Liga-Start erfüllte dann doch nicht alle Erwartungen, Hoffnungen und Wünschen: Hinter dem Aufsteiger, dem Westfälischen Golfclub Gütersloh (33 über CR), rettete das DOGC-Team im Stechen nur hauchdünn den zweiten Platz in der Tageswertung vor den mit 42 über CR gleichauf liegenden Gastgebern. Oldenburg (65) und Royal Saint Barbara´s GC (67) landeten abgeschlagen auf den Plätzen vier und fünf.

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen, noch ist nichts kaputt gegangen“, atmete der neue Captain Peter Köthschneider auf, „zum Glück konnten wir uns in den Vierern noch vom dritten Platz übers Stechen vor Mülheim/Ruhr auf Rang zwei retten. Aber noch waren wir nicht auf dem Niveau, das uns allen vorschwebt und an dem wir mit Nachdruck arbeiten“. Genauso sah es Holger Böhme: „In den Einzeln ist noch einiges an Luft nach oben. Bis auf Jasper Schürmann können alle im Team drei bis vier Schläge besser spielen.“ Dass es ihnen an der Ruhr nicht gelang, führt der DOGC-Cheftrainer auch auf die psychologischen Situation zurück: „Die Mannschaft, obwohl in kurzer Zeit schon zu einer erstaunlichen Einheit gereift, spürt den Druck, dass von außen die Favoritenrolle an sie herangetragen wird. Das hat gewisse Unsicherheiten gesät. Gütersloh hat sehr gut gespielt, wir nicht.“

Besonders deutlich ist die Verunsicherung bei Fredrik Strandberg hervorgetreten. „Er muss lernen, mit dem Druck, als hoch talentierter Spieler zu gelten, umzugehen“, meint Böhme, der seinen  Klassemann extrem nervös beginnen sah. Er leistete sich auf der Startbahn Zehn, einem Vierer-Loch, eine acht, verdarb sich damit die In–Runde mit 40 Schlägen und kam mit 75 ins Clubhaus. Trotz seines Pechs beim Start habe man gesehen, welches Potential in Strandberg stecke, hatte der Head-Pro noch ein Kompliment für den Sylter parat.

Uneingeschränkt fiel das für Jasper Schürmann aus. Der 22-jährige Student spielte bis zum letzten Loch fehlerfrei, dann unterlief ihm der einzige Bogey, doch mit 71 Schlägen war er Brutto-Sieger in Mühlheim. Die Gütersloher Benjamin Ibold und Jan Gohlich sowie Oldenburgs Mikkel Andersen brauchten je einen Schlag mehr. „Auf diesem Niveau kann Jasper immer spielen; denn er ist gut und häufig am Ball durch offensichtlich Studium, Training und Privatleben optimal organisiert“, ist Böhme von seinem fleißigen Schützling sehr angetan.

Die Scores der anderen Dortmunder Spieler: Mathias Tischler 76, Hannes Ruhnau 77, Lars Sondermann 77, Bastian Schmiz 78, Felix Schroeder 80, Mel Ferner 80.

In den Vierern trumpften Strandberg/Schmitz und Axel Tilse/Ruhnau mit jeweils 75 Schlägen, den drittbesten Scores des Tages, auf. Schürmann/Sondermann 78 und Valentin Brand/Tischler 80 rundeten das Ergebnis ab.

Die nächste Regionalliga-Aufgabe erwartet die DOGC-Herren in Gütersloh. „Aber dort wird, selbst wenn die Gastgeber zu dem zu erwartenden Heimsieg kommen, noch keine Entscheidung über den Aufstieg fallen“, ist sich Holger Böhme sicher. Und Peter Köthschneider ist gleicher Meinung: „Vielleicht spüren die Gütersloher auch den Druck, plötzlich mit zu den Gruppensieger-Favoriten zu zählen, und werden nervös.“