Von Dr. Peter Schütze

Die Spannung war kaum noch zu überbieten. Am Ende der Einzel war verkehrte Welt in Gütersloh. Die favorisierten Gastgeber, die nach Erinnerung von Holger Böhme „in den letzten 27 Jahren kein Heimspiel mehr verloren hatten“,  waren nur Zweiter, einen Schlag (523) hinter den wie Phönix aus der Asche aufgetauchten Oldenburgern (522), aber  zwei vor dem Dortmunder GC (525). Die zuvor als unschlagbar geltenden Ostwestfalen blieben auch Zweiter, allerdings hinter dem DOGC, der sich mit glänzenden Vierern zu 25 über Par aufschwang, Gütersloh zwei und Oldenburg acht Schläge hinter sich ließ.  Da fiel es dem Dortmunder Head-Pro leicht, ein überragendes Fazit zu ziehen: „Die Leistung meiner Mannschaft auf diesem schwierigen Platz war heute bundesligareif!“

Auch Captain Peter Köthschneider war begeistert: „Ein nervenaufreibender, toller Tag, an dessen Ende wir alle geschafft, aber glücklich waren; denn so einen Spieltag gewinnst du nur mit einer auf die Stunde topfitten Mannschaft von hoher Qualität bis hin zum letzten Mann.“ Sie alle hätten dreimal auf den Spielstand nach den Einzeln schauen müssen, „wo uns ja trotz unseres Superergebnisses mit einer 78 als Streicher der dritte Platz drohte“.

An dem Happy End hatten der Cheftrainer und Captain mit ihren Personalentscheidungen maßgeblichen Anteil. „Aus einem bestimmten Bauchgefühl heraus habe ich die Mannschaft für die Vierer stärker als sonst umgestellt, vor allem den mit Freddie und Bastian (Strandberg und Schmitz – die Red.) stark gemacht, was sich nach dem Feuerwerk, das Schmitz auf den zweiten neun Löchern des Einzels abgebrannt hat, ja anbot“, verriet Böhme etwas von seiner Taktik. Sie ging voll auf: Sein Parade-Duo spielte mit 71 den besten Vierer-Score. „Wir haben den Turbo gezündet“, sah sich Böhme bestätigt.

In den Einzeln schafften die Dortmunder die Top-Leistung, alle Spieler in den Siebzigern zu etablieren. Hannes Ruhnau gelang sogar ein Zwei-unter-Einlauf, bei dem ihm nur ein einziger Bogey unterlief, den er mit drei Birdies jedoch mehr als ausglich. Sein Ergebnis wurde nur von dem bärenstarken einheimischen Jan Göhlich mit 69 unterboten und von Oldenburgs Tim Bittorf erreicht. Diese beiden absolvierten die In-Runde mit jeweils 33 Schlägen.

Freddie Strandberg war mit seinem Par-Score solide, Bastian Schmitz eine kleine Wundertüte. Auf der Out-Runde brauchte er 42 Schläge, auf der zweiten Hälfte bei vier Birdies nur 34.  Ähnlich präsentierte sich Ferdinand Volbert, der nach 43 bis zur Neun mit 34, dabei einem abschließenden Eagle, zurückkam.

Hat sich durch den unerwarteten Tagessieg in Gütersloh nun die Situation für den DOGC bereits verändert?  „Rein rechnerisch nicht“, meint Holger Böhme, „aber ich hoffe, dass dieser Erfolg in unserem Team zusätzliche Kräfte freisetzt,  was Selbstvertrauen, Sieges-Zuversicht, Erfolgshunger betrifft. Außerdem ist es wichtig, dass wir schon zweimal vor Oldenburg gelandet sind. Aber wenn wir, wie wir es anstreben, die nächsten drei Spieltage gewinnen, braucht keiner mehr zu rechnen.“

Und Captain Köthschneider schwärmt: „Gütersloh hat gezeigt, was in dieser Mannschaft steckt. Ich freue mich darauf, was noch von ihr kommt.“