NRW-Meisterschaften: Der zweite Tag brachte die Wende

von Dr. Peter Schütze

Der Spitzenplatz nach dem ersten Tag legte eine falsche Fährte, kam einem leeren Versprechen gleich; denn am Ende der NRW-Landesmeisterschaften auf dem Platz des Dortmunder Golfclubs holten sich andere den Titel-Lorbeer.

Beispiel 1: Bei den Jungen führten „bei Halbzeit“ der mit dem besten Handicap (+ 3,5) der 61 Starter ins Rennen gegangene Wuppertaler Thomas Georg Schmidt und der Kölner Federik Eisenbeis mit je einer 69er-Runde. Als am Sonntag abgerechnet wurde, war der Favorit aus dem Bergischen Land mit insgesamt 142 Schlägen nur noch Dritter, der Rheinländer mit 146 sogar nur noch Neunter. Vorn – beide mit 140 reingekommen – duellierten sich im Stechen die beiden Ostwestfalen Jan Göhlich (Gütersloh) und Fynn Hessenkämper (Teutoburger Wald), von denen Göhlich das glücklichere Ende für sich hatte.

Beispiel 2: Lena Hassert aus Hubbelrath schaffte bei den Mädchen am ersten Tag  einen Zwei-unter-Score, war in der Endabrechnung dann aber nur noch Dritte, weil sie für die zweite Runde 77 Schläge benötigte. Vorn triumphierte Anna Minji Nomrowski aus Hummelbachaue, die den zweiten 71er-Score ins Clubhaus brachte und mit 142 Schlägen souverän gewann.

Im Feld der Jungen gelang Fynn Hessenkämper eine spektakuläre Aufholjagd. Am ersten Tag mit dem Par-Score von 72 nur auf dem geteilten siebten Platz mit drei Schlägen Abstand zur Spitze, legte er am zweiten Tag mit 68 Schlägen die absolute Bestmarke des Turniers vor und zog noch mit dem beständigen Jan Göhlich gleich, der zwei 70er-Runden spielte. Da war nicht nur Thomas Georg Schmidt geschlagen, der vier Schläge mehr als am Vortag benötigte, sondern längst auch der Deutsche Meister der AK-16-Klasse von 2019, Tim Bertenbreiter (74 + 75).

Der einzige Dortmunder im Wettbewerb, Lukas Beckerling (Royal) schaffte es mit 74 + 83 nur auf den 24. Rang und verpasste damit die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft vom 11. Bis 3. September in Bad Waldsee, für die die besten 16 das Ticket in Dortmund lösten.

Die Konkurrenz der 19 Mädchen wurde zum Zweikampf zwischen Hummelbachaue und Hubbelrath, den Anna Minji Nomrowski (71 + 71) und Nina Klug (75 + 72)  gegen Lena Hassert (70 + 77) und Milla Marlen Sagel (73 + 75) für Hummelbachaue gewannen.

Die zweitägige Veranstaltung in der Reichsmark, die am ersten Tag wegen Gewitters für drei Stunden unterbrochen werden musste, fand  den Beifall des Verbandes, der sein eigenes Hygiene-Konzept mitgebracht hatte. Die Unterstützung durch den DOGC-Vorstand, allen voran Spielführerin Katja Richter, wurde viel gelobt und fand ihre Bestätigung durch die Anfrage vom GVNRW, ob dieser nächstes Jahr wiederkommen dürfe.

Parallel zur AK 18 fand in Hubbelrath die NRW-Meisterschaft der AK 16 statt. Hier gelang der von Bergisch Land zum RSB gewechselten Hanna Tauber mit 76 + 77 ein sehr guter dritter Platz. Die zweimalige Dortmunder Jugend-Stadtmeisterin qualifizierte sich für DM. Ronja Scobel  vom DOGC spielte Runden von 89 + 90 , heimste dafür Lob von Präsidentin Andrea Marx ein: „Ronja spielt erst seit kurzer Zeit Golf. Hut ab, dass sie sich in solch ein Turnier auf dem schweren Platz in Hubbelrath gewagt hat.“