Preis der Präsidentin: Johannes Becker und Juliane Schwartz genießen Überraschung

von Dr. Peter Schütze

Das Wetter spielte dem Veranstalter in die Karten: Beim Preis der Präsidentin, dem ersten großen Turnier des Dortmunder Golfclubs seit Ausbruch der Corona-Pandemie, konnten Spiel und Rahmenprogramm im Freien abgewickelt werden.” Das hat das Ganze um einiges einfacher gemacht”, befand DOGC-Chefin Andrea Marx, die mit Ablauf und Resonanz der von Katja Richter organisierten Veranstaltung hoch zufrieden war. ” Unsere Mitglieder haben sich die Freude an diesem traditionsreichen Event auch durch die Sicherheitsvorkehrungen nicht verderben lassen und einen schönen Tag erlebt.” Er klang auf der Terrasse aus und erreichte einen weiteren Höhepunkt, als Teammanager Peter Köthschneider anlässlich seines 55. Geburtstages 30 Liter Freibier spendierte.

Der Wettbewerb, der dem Golftag in der Reichsmark seinen Namen gegeben hat, belohnte den/die Spieler/in mit dem besten Netto-Ergebnis. Bei den Herren war es Johannes Becker, der es auf 40 Stableford-Punkte brachte und damit vor einem 38er-Quartett lag; bei den Damen gewann Juliane Schwartz mit 42 Stableford-Punkten, hauchdünn vor der überragenden Brutto-Gewinnerin Hannah Wilhelm (41 Stableford-Punkte).

Vor erster Netto-Rede

Der 26-jährige Ex-Fußballer (Innenverteidiger) Becker, der erst vor einem Jahr sein erstes Turnier gespielt hat, durfte sich durchaus als erfolgreicher Rookie fühlen. Innerhalb einer Woche hatte er sich im Handicap von 17,0 auf 13,4 heruntergespielt. ” Von meinem Netto-Sieg war ich schon überrascht; denn ich hatte nur von einer Brutto-Wertung gewusst. Aber zur Zeit läuft es sportlich bei mir sehr gut. Da passte dieser Turniererfolg gut ins Bild”, freute sich der angehende Lehrer für Mathematik, Deutsch und Sport, der in Dortmund mit seinem Master-Studium auf der Zielgeraden ist. Entscheidend für Beckers 84er-Runde war sein Endspurt mit drei Birdies auf den letzten fünf Bahnen. Head-Pro Holger Böhme lobt sein Talent und seine sportliche Beweglichkeit.

Juliane Schwartz, in deren Familie alle Golf spielen, hatte in keiner Phase daran gedacht, in einer Wertung ganz vorne zu stehen. Sie habe auch nicht gezählt, nur in etwa in der Nähe ihres Handicaps bleiben und Spaß haben wollen. Das sei ihr in der”unaufgeregten, angenehmen Atmosphäre” ihres Flights auch gelungen. “Ich habe dann gemerkt, dass es gut lief und auf der 16 und 17 mit jeweils Par die besten Lochergebnisse gespielt, die 18 habe ich allerdings verpatzt.” Immerhin stand für die Chefin eines Physiotherapie-Studios ein Handicap-Sprung von 30,5 auf 27,5 zu Buche. Eine der ersten Gratulantinnen war ihre Tochter Emma, die ebenfalls im Feld gestanden hatte. Eine gänzlich neue Erfahrung erwartete Juliane Schwartz später: Sie musste bei der Siegerehrung die Netto-Rede halten. “An so etwas hatte ich noch nie gedacht.”

Hegemann kommt aus Stuttgart

Den Reiz des Golftages in der Reichsmark machte auch die erstklassige Besetzung der A-Klasse aus, deren Leistungen explizites Lob verdienten. Holger Böhme befand: “Die Spieler und Spielerinnen der Liga-Mannschaften haben sehr gut gespielt, ihre Leistungen waren im Durchschnitt in Ordnung.” Und Pro Stephan Wittkop sah speziell im Hinblick auf die Damen “einen deutlichen Leistungsaufschwung. Langsam merkt an, dass die Damen an Wettkampfpraxis gewinnen.”

Bei den Herren war Leo Maciejek nicht nur wegen seiner extravaganten Haartracht ein Blickpunkt. Der 19-jährige Neuzugang von Münster-Tinnen holte sich mit 69 Schlägen souverän die Bruttowertung und mit +0,8 auch ein neues Handicap. Er leistete sich insgesamt nur zwei Fehler an der Sieben und Vierzehn, spielte aber fünf Birdies und erzielte somit 39 Brutto-Punkte. “Diese Leistungs-Konstanz hat Leo leider nur zu Hause” merkte Böhme kritisch an. Zwei Schläge mehr brauchte Michael Hegemann, der sich aus Stuttgart, wo er bei Daimler-Benz an seiner Dissertation arbeitet, extra für diesen Wettbewerb angemeldet hatte. Der 27 Jahre alte Dortmunder Stadtmeister von 2012 un 2014, lag bei Halbzeit noch zwei unter Par und kam am Ende mit einer 71 ins Clubhaus. Gleichauf lag Bastian Schmitz, der sein Handicap von +0,4 auf +1,0 verbessern konnte.

Dahinter formierte sich eine Vierer-Gruppe mit 72er Runden. Maximilian Ahlers und Hannes Ruhnau hatte man dort erwartet; Luis Ziffus, dem an Loch 12 ein Eagle gelang und für den jetzt ein Handicap von +1,0 steht, überraschte positiv; mehr noch Lars Brügmann, im Handicap jetzt mit 2,2 notiert. Ziffus hat Cheftrainer Böhme besonders im Blick: 2 Luis, der gerade Abitur gemacht hat, muss in Dortmund noch richtig ankommen. Dann darf man von ihm noch Großes erwarten.”

Hannah bekommt Nerven

Ein kleines Drama erlebte die Damen-Brutto-Siegerin Hannah Wilhelm. Sie spielte eine hervorragende Runde, war auf dem Wege zu einem Ergebnis nahe dem Par und fabrizierte dann auf der Schlussbahn ein Triple-Bogey. Er verdarb ihr einen großartigen Score, der mit 76 immer noch sehr gut ausfiel und der 19-jährigen Schülerin einen Handicap-Sprung von 6,9 auf 5,9 bescherte. “Das war Angst vor dem Erfolg, tut weh, wird Hannah aber in ihrer Karriere noch oft passieren. Daraus kann und muss sie lernen”, urteilte Head-Pro Böhme. Hinter Hannah Wilhelm, die aus Westerholt in die Reichsmark kam, lagen Spielerinnen des Liga-Teams eng beieinander, in deren Kreis mischte sich auch Stephanie Marx.