Von Dr. Peter Schütze

Der Cheftrainer strahlte mit der warmen Juni-Abendsonne um die Wette. Und Holger Böhme hatte dazu allen Grund. Sein Herren-Team hatte am dritten Regionalliga-Spieltag mit dem zweiten Tagessieg auf dem Royal-Kurs in Brackel die Tabellenführung in der West-Gruppe 2 übernommen. Doch Siegesfreude ja , Euphorie – bloß so etwas nicht! „Der eine Punkt Vorsprung, den wir jetzt vor Gütersloh erkämpft haben, ist genauso schnell wieder weg wie er gekommen ist, wenn wir die Konzentration nicht hochhalten; denn wir spielen mit Gütersloh auf Augenhöhe“, warnt der Head-Pro vor jedem auch noch so leichten Anflug von Zuviel Selbstsicherheit. Nach seiner Einschätzung fällt die Entscheidung über den Gruppensieg und Aufstieg in die 2. Bundesliga erst am letzten Spieltag in Oldenburg. „ Vorher ist jede Feier tabu!“

Nach den Einzeln, die das DOGC-Team ohne den in England spielenden Fredrik Strandberg bestritt, führten die Dortmunder mit drei Schlägen (14 über Par) vor Gütersloh, bauten diesen Vorsprung in den Vierern auf weitere vier Schläge aus. „Nach Strandbergs Ausfall habe ich einige schlaflose Nacht-Stunden mit Überlegungen verbracht, wie ich die zwei Vierer neben den Stammbesetzungen Ruhnau/Ferner und Sondermann/Schürmann formieren sollte“, gestand Böhme ein. Offensichtlich hatte er keine schlechte Wahl getroffen.

Die DOGC-Vorstellung in den Einzeln auf dem den meisten Spielern vertrauten Royal-Kurs war schon von beachtlicher Qualität. Sieben blieben unter der 80er-Marke. Hannes Ruhnau spielte – gemeinsam mit Lokalmatador Massimo Iciek und dem Gütersloher Benedikt Polders – mit zwei unter die beste Runde des Tages, wobei er ab der Neun fünf Birdies hinlegte. Valentin Brand glänzte bei seinen 71 mit einem Eagle auf dem Insel-Loch neun.

Mit umso größerer Enttäuschung schauten die RSB-Herren auf die freudestrahlenden Kollegen aus der Reichsmark, die ihren Aufstiegstraum (Böhme: Sie sind auf die 2. Bundesliga heiß wie Frittenfett“) weiterlebten, während die Royals zum zweiten Mal nach 2017 dem Sie-spielten-nur-einen-Sommer-Schicksal entgegensteuern; denn sie verpassten den erhofften Befreiungsschlag mit dem angepeilten zweiten Tages-Platz.