Von Dr. Peter Schütze

Clubmeisterschaften sind manchmal auch für Überraschungen gut. Das Championat des Dortmunder Golfclubs 2021 aber hielt sogar einen Superlativ parat. Da spielte ein junger Mann mit, der vom dunstigen Samstagmorgen bis zum sonnigen Sonntagabend die beherrschende Figur dieser bei den Herren hochklassig besetzten Titelkämpfe war – ohne dass die  übrigen vier Dutzend Spieler(innen) neidisch auf ihn sein konnten. Hannes Ruhnau, der alte und neue DOGC-Champion, war einfach leistungsüberragend und dabei ein bescheidener, sympathischer Aktiver. Er hatte die 54 Löcher mit der Superserie von 65 + 66 + 71 = 202 beendet und spielte damit insgesamt 14 unter Par.

Auf dem DOGC-Kurs ist bisher erst einmal eine bessere Runde gespielt worden als die Ruhnau-Gala am Wochenende. Fast auf den Tag genau, am 2. September 2012, zauberte Michael Hegemann mit neun Birdies und einem Eagle den immer noch bestehenden Platzrekord von 62 Schlägen hin, der eine Steigerung seiner eigenen Bestmarke um drei Schläge bedeutete, die er als 13-Jähriger 2005 aufgestellt hatte. Genau diese Marke traf Hannes Ruhnau jetzt mit einer bogeyfreien Runde und sieben Birdies, zeigte sich auf der zweiten Runde in ähnlich bestechender Form und blieb auch im finalen Durchgang unter Par. Hier nahm sich Moritz Ostermann an Ruhnau ein spektakuläres Beispiel und spielte sich mit einer 66er Runde noch auf den zweiten Rang.

„Ich hatte schon erwartet, dass es bei Hannes nun bald richtig losgeht. Der Auftakt war das Aufstiegsspiel zur Bundesliga in Frankfurt, als er den erstklassigen Gegner sowohl im Einzel wie im Vierer ja regelrecht auseinandergenommen hat“,  begründete Cheftrainer Holger Böhme den Höhenflug seines Parade-Schützlings. „Dazu hat er auch noch den Preis von Refrath,  ein hochkarätig besetztes Turnier, gewonnen. Hannes belohnt sich jetzt für seinen enormen Trainingsfleiß und  seine Fokussiert auf Dinge, die ihm wichtig sind.“

Der 22 Jahre alte Student (Sport Business Management im 5. Semester) führt seinen glanzvollen Start-Sieg-Sieg auf Trainingsintensität („Die hat sich ausgezahlt“) und den Schub, den Frankfurt und Refrath gegeben haben, zurück. „Dann hat das Wetter geholfen. Ich war gleich gut drin im Spiel, habe erst am 33. Loch das erste Bogey gespielt, aber auf den insgesamt 54 Bahnen 17 Birdies gespielt, weil meine Eisen funktionierten und die Putts meistens kamen“. Ruhnaus Fazit nach zwei so erfolgreichen Tagen: „Eigentlich war alles so wie immer, nur besser!“

Am Ende der mit 45 Spielern besetzten Konkurrenz hatte der mit 14 unter Par erfolgreiche Titelverteidiger acht Schläge Vorsprung vor dem auf der letzten Runde explodierenden Moritz Ostermann (210), sogar 15 vor Stadtmeister Bastian Schmitz (217) und 17 vor Matthias Tischler (219), deren Scores sich aber sehen lassen konnten. Gut im Rennen war auch Felix Schroeder mit 77 + 72+ 73. Mel Ferner (81 + 69 + 75) vermasselte sich seine Chancen mit einem schwachen Start . Schlaggleich mit je 230 kamen die Brüder Justus und Leonhard Brunke noch unter den ersten zehn ein.

Im kleinen Feld der Damen, in dem nur vier Spielerinnen aus dem Zweitliga-Aufsteiger abschlugen, setzte sich in Abwesenheit der Titelverteidigerin und Stadtmeisterin Vicky Dreve (Im Auslandssemester in Dubai) Lena Wiebel durch. Sie hatte nach 54 Bahnen einen Schlag Vorsprung vor Andrea Marx (251: 252). Die Entscheidung fiel praktisch auf der zweiten Runde, als die bis dahin gemeinsam mit der Präsidentin führende Hannah Wilhelm mit 96 Schlägen ins Clubhaus kam, Lena Wiebel aber zugleich mit 79 die beste Damen-Runde des gesamten Turniers spielte.

Andrea Marx lag ihr Abschneiden in der ersten Runde an der Zwölf, als sie eine acht kassierte, im Magen. „Da habe ich bei zwei über die Führung verspielt. Und auch der doppelte Triple-Bogey an der Fünf war nicht im Programm. Damit ging vielleicht sogar der Titel verloren.“

Enttäuscht war die DOGC-Chefin auch von der schwachen Teilnehmerzahl im nur neunköpfigen Dame-Feld. „Ich hätte eine stärkere Beteiligung aus der DGL-Mannschaft erwartet!“

Insgesamt blicken wir auf ein sportliches Highlight zurück und sind stolz auf die vielen überragenden Ergebnisse, die erspielt wurden und freuen uns über jede und jeden, der mitgespielt hat und sich diesem sportlichen Wettkampf gestellt hat. Das gute Wetter am Sonntag brachte erfreulicherweise auch einige Zuschauer auf die Reichsmark, die wirklich gutes Golf sehen konnten und gemeinsam die diesjährigen Sieger ehren konnten.